Kosovo (albanisch Kosova oder Kosovë, serbisch Kosovo/Косово) ist ein Land in Südosteuropa. Es liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel und verfügt nicht über einen Meerzugang. Die Bevölkerung („Kosovaren“) wird auf rund 2,1 Millionen Einwohner geschätzt.
Die neuere Geschichte ist durch den Kosovokrieg im Jahr 1999 und dessen Folgen geprägt. Der völkerrechtliche Status des Landes ist international umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Priština die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Bisher erkennen 62 der 192 UN-Mitgliedstaaten die Republik Kosovo als unabhängig an.
Serbien betrachtet Kosovo unverändert als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien (Autonomna pokrajina Kosovo i Metohija/Аутономна покрајина Косово и Метохија, kurz Kosmet/Космет; albanisch Krahina Autonome e Kosovës dhe Metohisë). Der Internationale Gerichtshof (IGH) prüft derzeit in einem Gutachten, ob die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Einklang mit dem Völkerrecht steht. Beim IGH haben 21 Staaten, die Kosovo anerkannt haben, und 14 Staaten, die sich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht. Nach russischen Angaben sollen bis zu 44 UN-Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit Kosovos ablehnen.
Kosovo wurde nach dem Kosovokrieg – bei formeller Wahrung der Zugehörigkeit zu Jugoslawien – durch die UN-Resolution 1244 unter die Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt. Zudem wird die politische Entwicklung seit dem 9. Dezember 2008 durch die Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo („EULEX Kosovo“) überwacht. Dies gilt auch für die Region Nordkosovo, die von der Regierung Kosovos derzeit nicht kontrolliert wird.
Der Kosovo liegt in Binnenlage im Zentrum der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Südwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien bzw. Zentralserbien und im Südosten an Mazedonien. Tektonisch sind die Einebnungen des Amselfeldes und Metochiens gänzlich von Gebirgen begrenzt. Die Gebirgsgruppen des Prokletije grenzen den Kosovo zu Montenegro und Albanien, der Kopaonik zu Serbien und die Šar Planina zu Mazedonien ab.
Mit 10.877 km² hat Kosovo etwa zwei Drittel der Größe Schleswig-Holsteins und ist mit 195 Einwohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dicht besiedelt. 53 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 41 % sind Waldgebiet und 5 % bebaut bzw. Stadtgebiet.
Durch die räumliche Struktur einer von Hochgebirgen umgebenen Senke war der Kosovo zum einen schon immer eine wichtige ackerbaulich genutzte Region – bekannt ist der Amselfelder Wein – sowie Zentrum der balkanischen Fernweidewirtschaft, in dem insbesondere die Niederung Metochiens als Winterweidegebiet genutzt wurde und noch im 19. Jahrhundert von thessalischen und nordserbischen Wanderhirten aufgesucht wurde. Eine Besonderheit der Viehzucht stellt die zum Teil bis heute andauernde Nutzung von Wasserbüffeln dar.
Siedlungsgeographisch ist das höher gelegene Amselfeld mit der Hauptstadt Priština, das sich zwischen dem Ibar und der Južna Morava als langgezogen Senke hinzieht, heute die ökonomisch wichtigere Region. Historisch war Metochien mit den ältesten städtischen Zentren von Prizren, dem alten römischen Verwaltungszentrum und späteren serbischen Kaiserstadt sowie Peć bedeutender. Die Ebenen sind durch ein hügeliges großteils von lockeren Eichenwäldern bewachsenes Mittelgebirgsland voneinander getrennt, was die Kommunikationswege erschwert.
Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Mazedonien erreichen durchweg 2500 m. Höchste Berge sind Gjeravica/Đeravica (in der Großgemeinde Pejë/Peć) 2656 m Bistra (Ferizaj/Uroševac) 2640 m Marjash/Marjaš (Pejë/Peć) 2530 m Luboteni/Ljuboten (Ferizaj/Uroševac) 2496 m und Koproniku/Koprivnik (Pejë/Peć) 2460 m. Großteils aus Silikatgesteinen aufgebaut, sind die Gebirge meist auch wasserreich und gut für Viehherdenhaltung geeignet. Aus kreidezeitlichen Kalken sind Karstgebirge wie der Koprivnik sowie die zentralen Teile der Šar Planina mit der Bistra aufgebaut, damit auch weniger zugänglich und wasserärmer.
Durch den Westen des Landes fließt der Weiße Drin, welcher in der Nähe von Peć entspringt. Der Drin ist der wichtigste und mit 122 km der längste Fluss in Kosovo. Einige Seen und Stauseen befinden sich im Landesinneren sowie an den Grenzen zu Serbien und Albanien. Der größte von ihnen ist der Gazivodesee mit 11,9 km², gefolgt von Radonjić-See und Batlava-See. Zahlreiche Glazialseen finden sich insbesondere in der Šar Planina. Im metochischen Prokletije sind drei kleine Seen um die Đeravica als Zeugnisse eiszeitlicher Vereisung der Gebirge übriggeblieben.
Hauptstadt --> Prishtina/Priština (550.000 Einwohner)
Sprache --> Albanisch, Serbisch
Fläche --> 10.887 km²
Bevölkerung --> ca. 2.100.000
Der höchste Berg --> Gjeravica/Djeravica, 2.656 m
Der längste Fluss/Strom --> der weiße Drin, 134 km
Der größte See --> Gazivodesee, 11,9 km²
(Quelle: Wikipedia)
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