Dienstag, 12.09.2007
Wir verbrachten einen Tag am wunderschönen Strand von Punta Ala, Baia Verde. Ein ziemlicher Wind wehte uns ständig Sand in die Augen, aber gleichzeitig kühlte er uns, denn die Sonne brannte vom strahlend blauen Himmel. Das Meer war auch heute wie eine Badewanne und wir mussten weit hineinwaten,
um endlich schwimmen zu können. Manchmal konnte man kleine Fische sehen, die einen um die Füsse schwammen. Quallen gab es nicht, jedenfalls nicht so nah am Strand.
Die Bucht von Punta Ala am der Golfo di Follónica liegt direkt gegenüber der Insel Elba. Fast sieht es so aus, als könnte man hinschwimmen. Aber die Entfernung trügt. Zum Schwimmen ist es natürlich viel zu weit weg.
Später gingen wir in dem kleinen Supermarkt auf dem Campingplatzgelände einkaufen. Ziemlich ordentliche Preise, aber alles was man so braucht, war vorhanden.
Abends wurde es dann doch ein wenig kühl. Wir hatten immerhin schon Mitte September und ich verbrachte den Abend damit, mir die Füsse über dem Grill zu wärmen.
So verging der Tag ganz relaxed und wurde mit ein paar Bierchen am beendet.
Mittwoch, 13.09.2007
Heute sollte es zu den Schwefelquellen von Saturnia gehen. Nach dem Frühstück brachen wir auf.
Die Quellen liegen ein ganzen Stück im toskanischen Innenland. Wir fuhren also auf die SS322 in Richtung Grosseto, durch Grosseto hindurch und bis nach Scansano und dann weiter in Richtung Montemerano.
Kurz vor Montemerano geht eine kleine Strasse ab, die nach Sovana geht. Diese Strasse heißt Strada Provinciale und ist ziemlich zickel-zackelig, führt aber direkt zur Therme di Saturnia (Cascata del Molino). Von weitem kann man die Saturnia bereits sehen, da die Strasse oberhalb der Quellen entlangführt und dazwischen nur weites Feld ist. Und ausserdem! Man riecht die Schwefelquellen! Man braucht eigentlich nur der Nase nach, dorthin zu fahren.
Die Hauptquelle liegt im Bereich eines riesigen Wellness- und Hotelkomplexes, den sich natürlich nur die High-Society leisten kann.
Wenn man aber die Strasse am Hotel vorbei fährt, sieht man bald auf der rechten Seite einen Sandparkplatz. Ein kleiner Weg führt dann direkt zu den Sinterbecken, die sich dort gebildetet haben. Als wir dort ankamen, war noch nicht viel los.
Wir legten unsere Handtücher an einen Hang und stiegen in diese riesigen natürlichen
Badewannen und ließen uns das heiße Wasser auf die Schultern prasseln. Das heiße schwefelige Wasser sprudelt direkt aus einer Felsspalte und fließt dann in diese großen Sinterbecken. In den Becken liegen am Boden viele kleine Steine, die im Laufe der Zeit von der Kraft des Wassers kugelrund geschliffen wurden. Viele Leute reiben sich mit diesen Steinen als Peeling die Arme und Beine ab. Es war wirklich großartig.
Wir verbrachten den halben Tag dort und machten zwei Badedurchgänge. Das reichte auch vollkommen, denn nach zwei Durchgängen waren wir so dermaßen geschafft und müde,
dass wir schon besorgt an die Rückfahrt dachten. Wir waren uns zwar der Wirkung von Thermalquellen bewußt, jedoch haben wir diese total unterschätzt. Wir setzten uns also erstmal auf unsere Handtücher in die Sonne und trockneten. Eigentlich soll man sich ja nach dem Baden in diesen Thermen den Schwefel von der Haut waschen, da aber hier keine Duschen waren, sahen wir im trockenen Zustand aus, wie von Kopf bis Fuß gepudert.
Mittlerweile waren soviele Leute eingetroffen, dass man nicht mehr gemütlich sitzen konnte, da ständig irgendwelche Leute vorbei drängelten. Wir liefen noch ein bißchen rum und machten Foto's. Ich setzte mich auf einen großen Stein und ließ die Füsse ins Wasser baumeln. Dabei entdeckte ich, dass an den flacheren Stellen viele kleine rote Würmer im Wasser schwammen. Ausserhalb des Wassers starben die Würmer sofort, eckelig war es aber trotzdem!
Als wir dann im Auto waren, um uns trockene Sachen anzuziehen, stellten wir fest, dass diese kleinen eckligen roten Würmer in jeder Körperritze steckten, die man an sich so finden kann. Wow, dass war gruselig. Wir säuberten uns so gut es ging und machten uns schläunigst auf den Weg zum Campingplatz.
Die Rückfahrt war wunderbar. Wir fuhren durch die toskanische Maremma mit ihren riesigen,
für diesen Landstrich so typischen Pinien, hinter denen die untergehende Sonne so langsam verschwand. Die Luft flimmerte immernoch vor Hitze und der warme Fahrtwind fühlte sich auf der Haut toll an.
Am Campingplatz angekommen, es war bereits dunkel, gingen wir erstmal duschen. Ich duschte so lange, bis ich sicher war, keine dieser Würmer mehr an mir zu haben. Ich machte mir entsetzliche Gedanken, dass die Würmer wohl irgendwie schädlich sein könnten und hatte Horrorvisionen von roten Würmern, die unter meiner Haut rumkriechen.... Nichts passierte. Die Würmer hatten keine Auswirkung auf unsere Gesundheit.
Trotz Dusche stanken wir jedoch ziemlich nach Schwefel. Es war unglaublich... der Schwefelgeruch war in unseren Klamotten, war an uns, auf unserer Haut.
Wir stanken auch noch zwei Tage später, aber ich würde auch trotz der Würmer wieder jederzeit in diese schönen Sinterbecken und das warme schwefelige Wasser steigen. Ein wunderbarer Ausflug, den ich jedem empfehlen möchte, der in diese Gegend fährt.