Sonntag, 09.09.2007
Unsere Tage in Ligurien und den Cinque Terre waren gezählt und so verließen wir früh morgens den Campingplatz "La Sfinge" und fuhren erstmal ins Landesinnere der SP1 "Via Aurelia" entgegen. Auf der SP1 fuhren wir bis Beverino, um dann auf die SP10 zu wechseln. Die SP10 verläuft fast parallel zur Autobahn und wir kamen gut voran. In der Gegend von Vezzano Ligure wird die Straße dann wieder zur SP1 und später zur SS1. Der SS1 folgten wir dann bis nach Viareggio. Hier muss man aufpassen, wenn man keine Viniette hat, da die SS1 zur Autobahn wird. Wir folgten der "Via Aurelia" bis nach Pisa.
In Pisa wechselten wir auf die SS224 oder SP224 "Lungarno Gabriele D'Annunzio", um wieder in Richtung Küste - Strand - und Campingplatz zu kommen. Es war mittlerweile schon 16:00 Uhr und der Tag war wirklich heiß. Der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten, sollte direkt an der Küste, südlich von Pisa und nördlich von Livorno liegen.
Die SS224 wird bald zu einer breiten Promenadenstrasse und heißt dann Via Litoranea, umsäumt von schicken riesigen Hotels, schönen italienischen Villen und Ferienhäusern. Die Promenade führt durch den Ort Tirrenia und vorbei am Cosmopolitan Golf Club bis in den Ort Calambrone, wo wir dann auch den gesuchten Campingplatz fanden.
Der Campingplatz "Mare e Sol" liegt direkt an einem breiten Strand mit mehreren kleinen Strandrestaurants. Camper und Wohnwagen finden hier genügend große Plätze auf der eigentlich ganz schönen Anlage. Zelte hingegen dürfen sich nur am Zaun und Rande des Campingplatzes entlang quetschen. Dort stehen kleine Pinien und Laubbäume, die Schatten spenden.
Camping Mare e Sol
Località Calambrone
I-56018 Tirrenia (Toskana)
Italien
Tel.: 0039 050 32757
Wir erwischten einen kleinen Platz in der Nähe der Toiletten, die naja... etwas kaputt und nicht besonders sauber waren, genauso wie die Duschen. Auch der Müllplatz hatte schon bessere Tage gesehen und ringsherum roch es bei der Hitze nach Gammel. Da wir jedoch nur zwei Nächte bleiben wollten, nahmen wir das Übel in Kauf und zahlten insgesamt 30,00 Euro für zwei Nächte und zwei Personen.
Kaum war ich aus dem Auto gestiegen und schon wurde ich gestochen. Monstermücken!!! - Die Luft wimmelte nur so davon. Verschiedenstes Gefiech, vornehmlich mit Stachel, schwirrte umher und fand in mir ein köstliches Festmahl. Nur kurze Zeit später war ich feierlicher Besitzer von diversen Stichen in den unterschiedlichsten Größen.
Wir flüchteten kurzerhand an den schönen breiten Strand, wo ein kleines Lüftchen diese Biester vertrieb und blieben dort bis zum Sonnenuntergang.
Montag, 10.09.2007
Der Tag begann früh! Nach einer sehr lauten Nacht - Es wurde gefeiert, gefeiert und gefeiert - fuhr der Müllwagen (!!!) gegen 06:00 Uhr seine Runde und direkt an unserem Zeltplatz vorbei. Damit war dann an schlafen nicht mehr zu denken. Gegen 09:00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Pisa und der sagenhaften Piazza dei Miracoli.
In Pisa angekommen, steckten wir schon mitten im Getümmel. Die Stadt ist überfüllt von Studenten, Auto's und hupenden Vespa-Fahrern. Einen Parkplatz zu finden, der nicht kostenpflichtig ist, scheint so gut wie unmöglich.
Wir fuhren also auf einen kostenpflichtigen und gut bewachten Parkplatz mit Schranke. Die Gebühr war nicht besonders hoch und wir konnten getrost unser Auto dort mehrere Stunden stehen lassen. Ein kurzer Fussmarsch führte uns nun zur Piazza dei Miracoli.
Was uns da erwartete war atemberaubend. Menschenmassen (!!!), die von diversen Führern quer über den Platz geschoben wurden, drängelten sich vor den einzelnen Gebäuden - dazwischen eine Horde Polizisten, die den hier ansässigen Taschendieben das Leben schwer machte. An einer Seite der alles umringenden Mauer, reiten sich Verkaufstände mit Fälschungen aller Art aneinander.
Und dazwischen immer wieder fliegende Händler afrikanischer Herkunft, deren einzige Ware militärisches Plastikspielzeug war.- Kurz und Gut: Ein Rummel der ganz besonderen Art.
Dennoch ist die Piazza wirklich sehenswert - zumal der Platz so groß ist, dass sich die vorhandenen Menschenmassen
bald gut verteilen.
Ich persönlich dachte immer, nur der Turm wäre schief. Weit gefehlt! So ziemlich jedes Gebäude hat echte Schlagseite. Besonders gefallen hat mir das Battistero di Pisa. Die wunderschön verzierten vier Eingangsportale und die darüber liegenden gotischen Blenderarkaden sind wirklich beeindruckend. Die "Größte Taufkirche des Christentums" ist ganz und gar aus weißem Marmor und strahlt wunderbar im Kontrast zum blauen Himmel und dem wahnsinnig grünen Rasenplatz davor.
Neben dem Battistero befinden sich auf der Piazza die folgenden Gebäude/Anlagen und Museen, die allesamt auf einer großen Karte im Bereich des Torre Pendente zu finden ist, verzeichnet:
So wanderten wir von einem Gebäude zum anderen. Der Dom faszinierte mich, da er ebenso großartig gestaltet wurde, wie das Batistero.
Die Domfassade zeigt sich mit mehrstöckigen Blenderarkaden, die Eingangsportale wurden mit Säulen und Malereien verziert. Die Gebäude sind riesig und wir hätten uns gerne auch einmal in ihrem Inneren umgesehen, aber oft waren die Schlangen so lang, dass wir lieber verzichteten. Besonders vor dem Turm, war die Schlange lang. Der Turm ist wirklich unglaublich schief und neigt sich im oberen Teil sogar ein wenig wie eine Banane.
Daher dürfen nur wenige Personen auf einmal hinauf, da sonst das Gewicht der Menschen den Turm zu sehr belasten würde.
Der Torre Pendente ist natürlich der Star auf dem Platz der Wunder, denn man muss es schon sagen, er ist wirklich schief und er war auch schonmal schiefer! Er ist sogar so schief, dass es wirklich "an ein Wunder grenzt", dass er noch nicht zusammengebrochen ist. Trotzdem muss ich sagen, dass er ansonsten eher unscheinbar wirkt. Der Dom und die Taufkirche sind wesentlich interessanter gestaltet.
Natürlich ist die Besichtigung der Gebäude nicht kostenlos. Der Eintritt ist nicht hoch, jedoch sollte man sich vorher überlegen, was man sehen möchte. Kauft man eine Karte für alle Gebäude, wird es wesentlich günstiger, als jedes Gebäude einzeln zu bezahlen.
Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Gesamteintritt für die Gebäude Battistero, Cattedrale und Torre: 10 €
Änderungen sind natürlich möglich und werden hier nicht unbedingt aktualisiert. Genaues könnt ihr hier erfahren:
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt (ENIT)
Tel: (+49) (069) 23 74 34 (Information)
www.enit.it
Wenn man sich den Platz und die Gebäude ansehen möchte, sollte man jede Menge Zeit mitbringen.
Wir haben allein auf dem Platz 3 Stunden verbracht und die Zeit verging wie im Flug. Um sich die Gebäude auch noch in aller Ruhe von innen angucken zu können, benötigt man bestimmt doppelt so viel Zeit.
In den Strassen, die die Piazza dei Miracoli umgeben, gibt es jede Menge Kaffees und und kleine Touristenläden. Hier kann man Souveniers und Hübsches aus Alabaster kaufen, welches in dieser Region so berühmt ist. Wir schlenderten noch eine ganze Weile durch diese Strassen. Die Gebäude sind größtenteils sehr alt und kaum eines wird saniert. Wirklich sehr schade, denn gerade diese uralten Strassen mit ihren historischen Gebäuden haben einen ganz besonderen Flair.
Bald jedoch machten wir uns auf den Weg zum Auto. Und nun stellte sich heraus, dass die Entscheidung einen bewachten Parkplatz zu nehmen, die Richtige war. Autos, die offensichtlich zu Touristen gehörten, hatten kaputte Scheiben und Gegenstände fehlten.
Da hatten wir nochmal Glück gehabt. Allerdings brauchten wir noch einige Zeit, bis wir endlich vom Parkplatz runterkamen. Erst war die Schlange an der Kasse ewig lang und dann wollten alle Autofahrer auf einmal vom Parkplatz runter... da gab es natürlich Stau. Aber mit viel Geduld hatten wir es bald geschafft und so machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz und verbrachten den Abend gemütlich am Strand.
Fazit: Pisa ist wirklich sehenswert und ein Muss jeder Italienreise. Allerdings darf man sich nicht vor den Menschenmassen erschrecken, diese sind am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig. Trotzdem war der Tag absolut gelungen.