...entdecke die Welt
Reiseberichte, -Bilder und Länderinformationen

Tag 07: Von Portofino zum Kloster San Fruttouso

Der Hafen von PortofinoFreitag, 07.09.2007
Wir ließen uns mit dem Frühstück Zeit und waren eigentlich erst nicht so sicher, was wir an diesem Tag unternehmen sollten. In uns wuchs die Idee, das legendäre Kloster "San Fruttouso" aufzusuchen. In einem unserer Reiseführer (diesesmal war es der Reiseführer "Merian live! - Cinque Terre Ligurien") stand geschrieben, dass ein wunderschöner Spaziergang an den Hängen des Golfo Paradiso zu dem Kloster führen sollte. Und schon wurde der Rucksack gepackt und los ging es...

Wir fuhren mit dem Auto in das malerische kleine Städtchen Portofino hinein, welches zu den wohl wunderschönsten und teuersten (!) Plätzchen der gesamten ligurischen Riviera gehört. "Das Geld" fuhr uns buchstäblich auf der Straße in Form alter gepflegter Oldtimer und imposanter Ferrari entgegen; fast erwarteten wir, dass wir von der örtlichen Polizei angehalten werden würden, da der alte Audi nicht in das Klischee, dieses vor Geld strozenden Flairs passte. Aber nichts passierte, wir fuhren nach Portofino hinein, direkt zum alten Hafen und hinein in das wohl kostspieligste Parkhaus in ganz Italien.

Im Autoparcheggio di Portofino zahlt man für das Abstellen seines Autos 4 Euro pro Stunde. Das ist wirklich teuer. Wir bezahlten für den ganzen Tag 17 Euro, was immernoch teuer ist, aber gerade mal noch so erträglich. Und es bleibt hier einem auch nichts anderes übrig, als in diesem Parkhaus zu parken, denn Parkplätze gibt es im Hafen von Portofino kaum und hätten wir hier keinen Platz mehr gefunden, hätten wir wieder fahren müssen. Aber wir hatten Glück, wir ergatterten einen Parkplatz in diesem gut gekühltem Luxusparkhaus.

Aus dem Parkhaus heraus ging es für uns erstmal nach rechts, um die kleine niedliche Gasse mit teuren Souveniergeschäften und kleinen Restaurants und Bars hinunter zu schlendern. Am Ende der Gasse befindet sich der kleine Hafen von Portofino, in dem sich die großen und kleinen Yachten eng aneinander drängeln, um überhaupt Platz zu finden. Hier flaniert und ankert der pure Reichtum! Dennoch lohnt sich dieser kurze Spaziergang, findet man hier das typische italienische Flair, welches man aus Filmen kennt.

Jo und ich wollten nun aber endlich unsere Wanderung zum Die falsche Treppe nach San FruttousoKloster beginnen. Der Weg sollte, laut unserem Reiseführer, ca. 2 Stunden dauern und direkt am hinteren Ende des Parkplatzes von Portofino mit einer Treppe beginnen.

Wir fanden die Treppe. Dass diese Treppe absolut die FALSCHE Treppe war, bemerkten wir erst, als uns ein etwas unwirscher Gärtner aus dem Garten des Privatgrundstückes begleitete, in dem wir ziemlich verwirrt herumliefen. Der falsche Weg nach San FruttousoDennoch gelang es uns, einige wirklich wunderschöne Bilder zu schießen, schließlich liefen wir ca. 2 Stunden den falschen Weg entlang, der uns irgendwann ins Nichts führte und einfach an einem wirklich steilen Hang endete. Aber auch als wir umdrehen mussten, kam uns nicht in den Sinn, dass wir vielleicht von Anfang an, eine falsche Treppe genommen haben. Nehmt also nicht die auf dem Foto gezeigte Treppe neben der grünen Garage! Diese führt zu einem Privatgrundstück irgendeines reichen Italieners und seinem ziemlich unfreundlichem Gärtner!

Nach zwei Stunden waren wir also wieder auf dem Parkplatz von Portofino und hatten unser Kloster nicht gefunden. Die richtige Treppe nach San FruttousoWas für ein Reinfall! Mittlerweile war es furchtbar heiß, wir hatten schon die Hälfte unseres Wassers ausgetrunken und waren komplett durchgeschwitzt. Kurzerhand steuerten wir eine Bank hinter dem Parkplatz an, die einigermaßen im Schatten stand. Und auf einmal erblickten wir einen Weg Der richtige Weg nach San Fruttousoauf der rechten Seite des Parkplatzes mit einem kleinen Wegweiser auf dem San Fruttouso stand. Dieser Weg beginnt mit ein paar Stufen und schlängelt sich gemächlich in die Höhe, weitaus weniger steil als "die falsche Treppe". Und so ging es nun doch noch los in RichtigAusblick auf den Golfo di Genova San Fruttouso.

Obwohl der richtige Weg nach San Fruttouso nur schwach ansteigt, muss man mit ihm erstmal mindestens 200 Höhenmeter überwinden, um dann auf den eigentlichen Weg zu gelangen. Hat man es aber geschafft, wird man mit einer großartigen Aussicht auf das blaue Wasser des Golfo di Genova/Golfo di Paradiso belohnt.

Der Weg führte uns immer stetig leicht bergauf, vorbei an kleineren Grundstücken, Opuntienkaktus am Wanderweg nach San Fruttousoendlos langen Steingärten, riesigen Opuntienkakteen und ebenso riesigen Aloe Veren. Mal zeigte sich der Weg als kleiner Trampelpfad, mal als gut ausgebauter Gehweg. Oft gibt es kleine Abzweigungen, an denen man nicht so richtig weiterweiß, aber nach kurzer Zeit folgen immer wieder kleine Wegweiser des Parco di Portofino. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Treppenabschnitte, die einen 20 bis 30 Meter den Hang hinaufführen oder kleine dunkel Tunnel, die ein bißchen Schatten spenden Jo und der Brunnenund herrlich kühl sind.

Irgendwann kamen wir an eine Kreuzung mit einem Wegweiser an einer riesigen Aloe Vera und einem funktionierenden Brunnen. Jo und ich konnten nicht anders und hielten kurzerhand unsere Köpfe unter das kalte Wasser. An diesem Punkt waren wir bestimmt schon 2,5 Stunden gelaufen und San Wegweiser und Aloe VeraFruttouso war weit und breit nicht zu entdecken. Aus dem im Reiseführer beschriebenen "netten 2stündigen Spaziergang" war eine ausgewachsene Wanderung geworden! Uns taten die Füsse weh und es war unbeschreiblich heiß, denn hier auf dem Weg regte sich kein Luftzug. Ausblick auf den Golfo di GenovaWir füllten an dem Brunnen unsere Flaschen auf, damit wir wenigstens unsere Köpfe unterwegs kühlen konnten und weiter ging es auf dem linken Weg vorbei an der riesigen Aloe.

Immer wieder führte uns der Weg direkt an steile Hänge und immernoch ging es leicht bergauf. Bald kamen keine Grundstücke mehr und wir gingen durch einen dichten Steineichen- und Pinienwald, der sich aber immer wieder lichtete einen großartigen Ausblick auf den Golf zuließ.

Im Wald war es wie in einem Kachelofen, in dem man Tannenzapfen verbrennt. Es war zwar schattig, aber heiß und in der Luft lag einDas Benediktinerkloster San Fruttouso unbeschreiblicher Duft von Piniennadeln. Wir waren inzwischen bestimmt 4 Stunden unterwegs und auf einmal ging es endlich bergab und nach ca. 4,5 Stunden kamen wir zur Base O (einer befestigten Stellung aus dem zweiten Weltkrieg) und dann sahen wir es endlich! Das Benediktinerkloster San Fruttouso erschien leicht unter uns und war zum Greifen nah! Dennoch brauchten wir noch ca. 30 Minuten bis wir endlich unsere Füße in das kalte Wasser der kleinen Bucht stecken konnten.

Jo und ich quetschten uns zwischen die anderen Touristen an den steinigen Strand des Klosters und ließen unsere Füße ins Wasser Bucht von San Fruttousohängen. Die Bucht ist nur klein und man benötigt Badeschuhe, um sich die Füsse nicht zu verletzten, denn auch im Wasser ist der Boden übersäht von unzähligen großen, kleinen und spitzen Steinen. Das Wasser jedoch ist wunderbar erfrischend und klar. Rechts und links vom Strand befinden sich kleine Restaurants, die Gerichte mit fangfrischem Fisch anbieten, jedoch zu stolzen Preisen. Dennoch sind die Lokale gut besucht, warscheinlich von den Besitzern der vielen Yachten, die vor der Bucht ankern.

Auch eine Besichtigung des Klosters ist möglich und der Souveniershop bietet so Einiges über das Kloster.

Sicher kann Kloster San Fruttousoman es an diesem Fleckchen länger aushalten, aber es war schon spät und wir waren müde. Nach einer Stunde Abkühlen im Wasser, waren wir zwar wieder einigermaßen hergestellt, aber den ganzen Weg zurück zu laufen, Rückfahrt nach Portofinowar uns dann doch zuviel.

Direkt auf der rechten Seite der Bucht fährt ein Boot ab, welches zurück nach Portofino fährt. Die Fahrkarten bekommt man bei einer alten Frau, direkt bei der Anlegestelle. Wir bezahlten je Fahrkarte 6,50 Euro - auch mal wieder ganz schön teuer, aber hauptsache nicht mehr laufen! *lach*

Die Bootsfahrt war super und lohnt sich absolut. Das Boot fährt immer an der Küste entlang und so hat man einen wunderbaren Blick Villen an der Steilküste von Portofinoauf die felsige Steilküste des Golfo Paradiso und die dort in die Hänge gebauten typisch italienischen Villen.

Dieser Tag war wiedereinmal ereignisreich und anstrengend gewesen!! Die Wanderung ist jedoch absolut jeden Muskelkater wert, nur sollte man den Weg vielleicht besser zu Villa an der Steilküste von Portofinoeiner Jahreszeit antreten, in der es nicht ganz so heiß ist. Unbedingt solltet ihr euch genug zu trinken mitnehmen und wer nicht gut zu Fuß ist, keine Kondition hat oder sogar Kreislaufprobleme, für den ist dieser Weg nichts.

Der oben genannte Reiseführer ist der absolute Mist und nicht zu empfehlen! Bitte kauft euch was Besseres oder informiert euch im Internet. Denn selbst für einen geübten Wanderer ist dieser Weg wohl kaum in zwei Stunden zu schaffen.

Es gibt noch weitere Ziele zu denen Wanderwege durch den Parco Naturale Monte di Portofino führen, welche wir aber nicht angegangen sind. Falls IHR mit euren Füssen bereits diese Wege bewandert habt, scheut euch nicht euch anzumelden und eure Erlebnisse bei 2gecko einzustellen. Ihr seid herzlich eingeladen... :-)

0
Deine Bewertung: Keines