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Tag 02: Von Memmingen nach Crabbia - Deutschland - Italien

Frühstückstisch - Camping am See, MemmingenSonntag, 02.09.2007
Der Tag begann früh am morgen in einer Eiseskälte. Trotzdessen hatten wir in unserem kleinen Zelt erstaunlich gut geschlafen und taten uns etwas schwer aus den warmen Decken zu kriechen.

Schon stapfte ich durch das feuchte Gras davon, um die bestellten Brötchen und Bezeln abzuholen, während Jo unseren ersten Gaskocherkaffee zubereitete und den Frühstückstisch auf einem der Holzbänke deckte. Nach dem Frühstück wurde gepackt und schon bald waren wir abreisefertig.

In Memmingen/Buxheim ging es zurück auf die A96 in Richtung deutsch-österreichische Grenze, vorbei an Wangen bis nach Lindau am Bodensee. Hier fuhren wir von der Autobahn ab, da wir für Östereich keine Vignette gekauft hatten. Nach einem kurzem Tankstop fuhren wir auf die L12 (Bregenzer Str.), die dann zur B190 wird und dann auf die B202 trifft. Die B202 wird später zur Schweizer-Bundesstrasse und trifft bei St. Magarethen direkt auf die östereich-schweizer Grenze und die schweizer A1. Fährt man die A1 in Richtung Süden, geht sie schon bald in die A13 über, die dann immer direkt an der Grenze und dem Rhein entlang durch die Schweiz führt. Die Schweiz immer auf der rechten Seite, wechselt auf der linken Seite der A13, Östereich bald zu Liechtenstein.

Wir hatten auf der Autofahrt durch die Schweiz ein wunderbares Wetter mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Rechts und links der Autobahn erhoben sich die ersten wuchtigen Bergmassive und auch die Fröhlichkeit in unserem Auto stieg mit der Höhe der Berge.

Entlang der A13 vorbei an Chur fuhren wir schon bald durch den Isla-Bella-Tunnel (2449 m, Erbaut: 1983). Hier kann man eigentlich schon nicht mehr von einer richtigen Autobahn reden, da die Strasse nur noch hoch runter geht und sich in Kurven nach rechts und links entlang der Bergmassive schlängelt. Man fährt teilweise durch den Berg, teilweise am Berghang entlang, wo der Fels auf der einen Seite steil aufragt und auf der anderen Seite in tiefe Schluchten abfällt. Bald erreicht man den San Bernardino-Tunnel (6596 m, Erbaut: 1967). Die A13 verläuft dahinter weiter in Richtung AGIP-Tankstelle - SchweizBellinzona.

Nach dem ganzen anstrengenden Geschlängel hielten irgendwo bei Bellizona-Nord auf einer AGIP-Tankstelle und genossen die erste südliche Wärme. Der Blick auf die hinter uns Jo auf dem AGIP-Rastplatz - Schweizliegenden Berge gab uns ein Gefühl von Ferne. Berge sind für Nord-Deutsche wie uns immer etwas Atemberaubendes und Besonders, kennen wir doch immer nur flache Weite. Wir holten sommerliche Klamotten hervor, zogen uns um und schon ging es weiter.

Kurz nach Bellizona-Nord endet die A13 und geht in die A2 über. Bald nach dem Autobahnkreuz verließen wir die A2 an der Abfahrt Bellinzona-Süd. Ab hier ging es auf der B2 (Via Cantonale) weiter. Nun wurde es ein bißchen schwierig, die richtige Strasse zu finden, da wir in Richtung Locarno am Lago Maggiore fahren wollten. Wir fuhren also auch von der B2 ab in die Via San Gottardo, die wiederum zur Via Stazione/Via Monte Ceneri wird. Im Ort Cardepezzo bogen wir in Richtung Montedato nach rechts ab. In Montedato bogen wir wiederum nach links in Richtung Gordola auf die B13 ab. Ab hier blieben wir auf der B13, die dann direkt an Lago Maggiore führt und an ihm entlang verläuft. Kurz hinter den Orten Brissago und Piodina gelangten wir dann endlich zur schweiz-italienischen Grenze!

Geschafft! - Italien war erreicht!

Hinter der Grenze wurde die B13 zur italienischen SS34, einer sich am Lago Maggiore entlang schlängelnden schmalen Strasse direkt am Ufer des Sees. Auf der rechten Seite reihen sich kleine hübsche in den Hang gebaute Häusschen aneinander, während auf der linken Seite einladende gemütliche Restaurants und Hotels auftauchen. Der Lago glänzte im Sonnenlicht und kleine Segelboote schipperten im lauen Wind über die gemächlichen Wellen.

So langsam wurde es aber nun auch Zeit eine Unterkunft zu suchen. Obwohl uns der Lago Maggiore sehr gefiel, beschlossen wir zu dem naheliegenden Lago d'Orta zu fahren. Wir blieben auf der SS34, fuhren durch Orte wie Fondotoce, überquerten den Fluß Fiume Toce und kamen schließlich nach Gravellona Toce. Hier wurde die SS34 zur SS229 oder SR229. Schon tauchte der Lago d'Orta zu unserer Rechten auf. Entlang seines Ufers gelangten wir nach einiger Zeit in den Ort Pettenasco. Im Ortsteil Crabbia fanden wir dann den kleinen gemütlichen Campingplatz Campeggio Punta di Crabbia. Kaum fuhren wir auf den Platz, wurden wir schon von dem geschäftigen Fabio empfangen, der uns auch gleich stolz ein paar deutsche zusammenhanglose Wörter präsentierte.

Campeggio Punta die Crabbia
Via Crabbia n.2/a
Pettenasco (Nov)
www.campingpuntacrabbia.it
infotiscali@campingpuntacrabbia.it
Tel.: 00390323 89117

Fabio führte uns herum und wir waren uns einig! Hier gefiel es uns. Der Campingplatz war einfach eingerichtet. Waschraum und sonstige Gebäude waren sauber. Duschen kostete 50 Cent, für die man aber ausreichend das warme Naß genießen konnte.

Nachdem wir uns sogar ein nettes Plätzchen aussuchen konnten, bekamen wir die nächste frohe Botschaft: Wir sollten NUR sage und schreibe 10 Euro pro Nacht für zwei Personen und Auto bezahlen!!! Günstiger ging es nicht. Campeggio Punta die Crabbia - Pettenasco, Piemont, ItalienWir hatten nicht bedacht, dass auch die italienischen Schulferien im September bereits vorbei waren und so alles billiger wurde. Auch auf den kleinsten Campingplätzen.

Wir bauten unser Zelt auf und richteten uns ein. Danach sahen wir uns in der eintretenden Dämmerung noch ein wenig um.

Der Campingplatz liegt etwas erhöht direkt an der SS229, von dessen Geräuschkullisse man kaum etwas mitbekommt. Jo am Ufer des Lago d'Orta - Crabbia, Pettenasco - Piemont, ItalienAuf der anderen Strassenseite liegt der zum Campingplatz gehörenden Badestrand direkt am Lago d'Orta. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Halbinsel Orta San Giulio.

Wir waren müde und krochen nach einem kurzen Abendbrot in unser Zelt... das erste Ziel war erreicht.

Am nächsten Tag wollten wir unsere Umgebung erkunden....

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