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Tag 11: Karibischer Strand und schlafen unter Pinien

Rosignano Solvay - Toskana - ItalienMontag, 11.09.2007
Der Tag begann wiedermal früh. Allerdings machte uns das mittlerweile nichts mehr aus. Irgendwie hatte uns das Leben im Zelt dazu gebracht, mit der untergehenden Sonne müde zu werden und im Morgengrauen wieder aufzuwachen. Wir waren bereits früh morgens bestens ausgeschlafen und fit. So wurde Kaffee gekocht und das Zelt eingepackt. Bereits gegen 08:30 Uhr waren wir bereit zur Abfahrt und verließen den Campingplatz Mare e Sol in Richtung Süden.

Die SS1 war mal wieder unsere Strasse. Livorno wurde rechts liegen gelassen, denn unser Reiseführer sagte uns, dass hier nichts zu sehen sei. Allerdings sollte es unterhalb von Livorno einen wunderschönen weißen Strand mit unglaublich blauem Wasser geben. Den wollten wir sehen! Ausserdem mussten wir auch noch einkaufen. Wir fuhren also in der Höhe von Rosignano Marittimo/Rosignano Solvay von der SS1 ab.

Nach dem Einkaufen machten wir uns auf die Suche nach dem Badestrand. Die Gegend um Rosignano Solvay ist sehr verbaut und wirkt irgendwie kahl. Die Häuser stehen in einer Reihe und sind nicht besonders alt, aber es gibt kaum Bäume und die Strassen wurden recht schmucklos angelegt.

Und noch eine andere Sache fiel uns bereits beim Einkaufen auf. Die Luft hatte einen eigenartigen Geruch. Es war gar nicht so eindringlich, aber man bekam Kopfschmerzen. Allerdings war uns zuerst nicht bewußt, dass meine Kopfschmerzen von der Luft kamen.

Wir fanden also letztendlich den Strand von Rosignano Solvay. Wirklich schön gelegen in einer sehr weitläufigen Bucht und wunderbaren Blick auf das offene Meer. Der Strand ist hier sehr breit und besitzt sogar ein paar kleine Dünen. Qualle - Rosignano Solvay - Toskana - ItalienDer Sand hier ist wahnsinnig weiß und das Meer in dieser Bucht ist wahnsinnig blau! WIRKLICH KARIBISCH!!!

Doch der Schein trügt! Je näher wir dem Strand kamen, desto mehr lag der Geruch von Chlor in der Luft. Steht man an diesem Strand und wirft ein Blick nach links, kann man in der Ferne den Übeltäter erkennen. Eine wahnsinnig große Fabrik steht dort direkt am Meer. Baden verboten! - Rosignano Solvay - Toskana - ItalienDie Schornsteine ragen weit in den Himmel und verpesten die Luft mit ihrem Chlordampf. Die Abwässer dieser Fabrik werden direkt in die Bucht geleitet, genau diese Abwässer machen das Wasser so blau und den Strand so weiß. Denn hier wächst nichts mehr!!! Nahe am Strand stehen Schilder, die vor dem Baden warnen. Es liegen riesige tote Quallen am Strand, die angeschwemmt wurden.

So schön dieser Anblick auch war, so grausam war er auch. Wir standen fassungslos vor dieser gnadenlosen Umweltverschmutzung und die vergiftete Luft brannte uns in der Nase. Chemiefabrik - Rosignano Solvay - Toskana - ItalienDas was ich hier schreibe, ist wirklich nicht übertrieben. Ich hatte inzwischen wahnsinnige Kopfschmerzen. Es gab noch ein paar andere Leute am Strand, aber auch die gingen nicht ins Wasser. Jo - Rosignano Solvay - Toskana - ItalienUnd ganz in der Nähe war auch die Wohnsiedlung durch die wir vorher gefahren waren. Hier leben Menschen!!! Inmitten dieser Umweltverschmutzung, die so offensichtlich vor uns lag, leben Familien mit ihren Kindern und Haustieren und ein oder zwei Kilometer entfernt, verbreitet eine Fabrik schädliche Abgase! Unglaublich!!

Wir machten, dass wir von diesem Strand wegkamen. Wir hatten genug gesehen.

Es ging zurück auf die SS1 und wieder Richtung Süden, vorbei an Cecina, San Vincenzo bis nach Follonica. Hier fuhren wir auf die SP158, um dann schließlich in Richtung Punta Ala zu fahren.

Punta Ala ist ein Ort der Reichen. Es gibt einen kleinen Hafen, in dem die schicken Yachten liegen und natürlich wieder einen riesigen Golfclub. Viele Villen säumen die Strassen und viele davon sind sogar abgesperrt, so dass man gar nicht in die Nähe der Häuser kommt.

Kaum zu glauben, dass sich hier zwei Campingplätze befinden. Die beiden Campingplätze befinden sich direkt nebeneinander und beide sollen sehr gut sein.

Wir wählten den Campingplatz Baia Verde und entschieden hier den Rest unseres Urlaub zu verbringen. Der Campingplatz liegt inmitten eines riesigen Pinienwaldes und hinter diesem Wald befindet sich der Strand und das Meer. Der Empfang war recht unfreundlich, sprach aber gut englisch. Danach wurden wir von einem echten italienischen Gigolo, der mit dem Fahrrad vor uns her fuhr, direkt zu unserem Zeltplatz gefahren. Wir hatten Nachsaison und so bekamen wir einen super Platz fast direkt am Durchgang zum Strand.

Es war großartig hier. Der Pinienwald duftete in der Hitze und man hörte das Rauschen des Meeres. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, machten wir einen kurzen Spaziergang zum Meer und erblickten in der Ferne die Insel Elba. Das Wasser war klar und warm, aber auch sehr niedrig. Die Bucht erinnert eher an eine Badewanne.

Hier wollten wir unsere Restzeit verbringen uns so mieteten wir uns bis zum 15.09.2007 hier ein. Für die 4 Nächte bezahlten wir sage und schreibe 70,00 Euro. Punta Ala läßt grüßen und wir hatten Nebensaison! Wow, das war teuer. Aber ok. Der Campingplatz hat ja auch einiges zu bieten. Die Toiletten waren ok und die Duschen funktionierten und das Wasser war wirklich heiß. Es gibt hier mehrere Restaurants, einen Eisladen, einen Supermarkt und jede Menge Annimation für Kinder. Wir erfuhren, dass im Sommer zur Hochsaison lange vohrer reserviert werden muss, wenn man einen Platz abbekommen möchte. Gut zu wissen fürs nächste Mal!

Camping Baia Verde
58040 Punta Ala
Tel.: 0039 564 - 923 044

www.baiaverde.com

Wir waren bald müde von der Fahrt und so gab es noch etwas zu essen und dann krabbelten wir schon wieder in unser Zelt und schlummerten zufrieden ein.

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