Das Klima des Vereinigten Königreichs ist ein gemäßigtes, mit warmen Sommern, kühlen Wintern und ergiebigen Niederschlägen während des ganzen Jahres. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind die nördliche geographische Breite (zwischen 50° und 61° N), die unmittelbare Nachbarschaft zum Atlantischer Ozean und insbesondere die Erwärmung des Wassers rund um die Britischen Inseln durch den Golfstrom.
Das Vereinigte Königreich liegt an der Grenze der Konvergenz von warmer tropischer Luft im Süden und kalter polarer Luft im Norden. Das Wetter kann äußerst wechselhaft sein und sich von Tag zu Tag ändern, doch die Temperaturunterschiede sind das ganze Jahr hindurch relativ gering.
- Der Winter ist im Allgemeinen eine kühle, nasse und windige Jahreszeit. Während der Nacht sinkt die Temperatur kaum unter -10° C, während des Tages steigt sie selten über 15° C. Es treten ergiebige Niederschläge auf, gelegentlich in Form von Schnee. Die erste Winterhälfte, oft die feuchteste und windigste Zeit des Jahres, ist von wechselhaftem und stürmischem Wetter geprägt. In der zweiten Hälfte stabilisiert sich das Wetter üblicherweise; die Niederschläge nehmen ab, die Winde blasen weniger stark und die Temperaturen sinken. Dieser Wechsel ist besonders in den Küstengebieten ausgeprägt, weil der Atlantik zu dieser Jahreszeit am kältesten ist. Schneefall tritt vor allem in den nördlichen und östlichen Gegenden auf, hauptsächlich in höheren Lagen wie in den schottischen Bergen, wo die Schneedecke während mehreren Wochen dick genug ist, um Wintersport zu ermöglichen. In den meisten Gegenden bleibt der Schnee jedoch kaum länger als eine Woche liegen. Die kalten Nord- und Ostwinde, begünstigt durch Hochdruckgebiete, werden meist nach kurzer Zeit von wärmeren Westwinden, normalerweise durch Tiefdruckgebiete im Nordatlantik verursacht, abgelöst. Die Tiefdrucksysteme haben oft stürmische Winde und heftige Regenschauer zur Folge, verbunden mit milden Temperaturen. Sehr selten kann es vorkommen, dass ein polares Tief stark genug ist, dass in einigen Landesteilen (insbesondere in Schottland) Blizzards auftreten. Bei schwachem Wind und hohem Luftdruck bilden sich Frost und Nebel.
- Der Frühling ist im Allgemeinen eine windarme, kühle und trockene Jahreszeit. Der Hauptgrund dafür ist, dass der Atlantik während des Herbstes und des Winters viel von seiner Wärme eingebüßt hat. Mit dem höheren Sonnenstand und der längeren Tageszeit steigen die Temperaturen an und es können Gewitter und heftige Regenfälle auftreten. Bei tiefen Temperaturen besteht die Möglichkeit, das Schnee fällt. Im Sommer sind die Temperaturen in den südlichen und zentralen Regionen am höchsten und nehmen in Richtung Norden tendenziell ab. Allerdings steigen diese kaum je über 35°C. Der Rekordwert beträgt 38,5° C. Im Nordwesten und Norden betragen die Temperaturen im Durchschnitt 14 bis 15°C, im Südwesten 16°C, im Südosten 17 bis 18°C.
- Der Sommer ist eine relativ trockene Jahreszeit, allerdings können vor allem in den südlichen, östlichen und zentralen Landesteilen Gewitter auftreten. Diese sind im Norden und Westen weitaus weniger häufig und bedeutend weniger heftig. Das Azorenhoch ist die am häufigsten auftretende Hochdruckwetterlage, kontinentale Hochdruckgebiete haben kaum einen Einfluss auf das Wetter. Nordatlantische Tiefdruckgebiete sind im Sommer selten, nehmen jedoch gegen Ende der Jahreszeit an Häufigkeit und Intensität zu.
- Der Herbst ist bekannt dafür, äußerst wechselhaft zu sein. Kühle Polarluft strömt südwärts und trifft auf die Warmluft der Tropen. Auch das während des Frühlings und des Sommers aufgewärmte Meerwasser trägt zu den instabilen Wetterverhältnissen bei. Wenn die Luft kälter ist als der Ozean, tritt eine verstärkte Kondensation auf, was die Bildung von Regenwolken ermöglicht. Die atlantischen Tiefdrucklagen setzen sich vermehrt durch und verursachen heftige Winde, die sich sogar zu Orkanen mit Spitzengeschwindigkeiten über 120 km/h entwickeln können. Vor allem die westlichen Gebiete sind von diesen extremen Winden betroffen.
Nicht selten kommt es vor, dass das Wetter stabil genug ist für einen „Altweibersommer“. Vor allem während der Nacht sind die Temperaturen verhältnismäßig mild und fallen selten unter 10°C. Die Häufigkeit dieses Phänomen nimmt mit der Klimaerwärmung zu. Vor allem im Oktober liegen die Temperaturen über ihrem langjährigen Durchschnitt. Die Niederschlagsmenge schwankt seit Beginn des 21. Jahrhunderts beträchtlich; im neuen Jahrtausend gehörten die Herbste sowohl zu den feuchtesten überhaupt als auch zu den trockensten.
Die Jahresdurchschnittstemperatur reicht von 8,5° C im Norden bis 12° C im Süden, wobei es in den höheren Lagen einige Grade kühler sein kann. Diese geringe Variation der Temperatur ist auf den ausgleichenden Einfluss des Atlantischen Ozeans zurückzuführen. Wasser kann mehr Wärme speichern als Luft und gibt sie das ganze Jahr über ab. Dadurch hat die Feuchtigkeit im Winter einen wärmenden und im Sommer einen kühlenden Einfluss.
Wetterbote.de: Vereinigtes Königreich
(Quelle: Wikipedia)
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