Die alte Definition, wonach alles zur Arktis zählt, was nördlich des Polarkreises liegt, wird den klimatischen Bedingungen entlang dieses Kreises keinesfalls gerecht, da die Meeresströme in den Gebieten des Nordpolarmeeres einen deutlichen Einfluss auf das Klima haben. So ist das Hudson Bay in Kanada das halbe Jahr zugefroren, während der Hafen von Hammerfest (Norwegen), mehr als 1000 km weiter nördlich, das ganze Jahr eisfrei bleibt. Es hat sich daher eine andere Definition des Polarklimas eingebürgert: Als arktisch gilt das Gebiet, dessen mittlere Temperatur im wärmsten Monat (Juli auf der Nordhalbkugel) 10°C nicht übersteigt.
Seit über einem halben Jahrhundert wird eine Abnahme der Meereseisfläche beobachtet und in jüngerer Vergangenheit mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang gebracht.
Messungen aus dem Jahr 2007 zeigen eine Abnahme der Eisfläche im Vergleich zum durchschnittlichen Vorkommen der Jahre 1978 bis 2000 um 40–45 % auf 3 Millionen km². Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte die Arktis bereits 2030 im Sommer eisfrei sein und somit die Nordost– und die Nordwestpassage temporär handelsschiffahrtstauglich freigeben. Alleine im Jahr 2007 sind über eine Million Quadratkilometer Eis geschmolzen. Der kalte Winter 2007/2008 hat den Trend jedoch möglicherweise umgekehrt.
Im Herbst 2008 haben die Temperaturen mit 5 Grad über dem Normalwert einen neuen Wärmerekord für diese Jahreszeit erreicht, so ein Bericht der amerikanischen Wetter- und Ozeanbehörde NOAA. Ein Grund dafür sei der stete Rückgang des Meereises, wodurch das Reflexionsvermögen (Albedo) der gesamten Region abnimmt und dadurch weniger Sonnenlicht ins All reflektiert wird. Das wiederum führt zum Ansteigen der Lufttemperatur, was dem aktuellen Stand der Forschung nach zu verstärkten arktischen Klimaveränderungen führt und somit einen Rückkopplungsmechanismus darstellt.
Auch auf Grönland nimmt die Eisdecke ab: im Jahr 2007 verlor sie ein Volumen von 101 Kubikkilometern, während der Meeresspiegel in der Arktis um 0,25 Zentimeter pro Jahr ansteigt. Folgen sind bereits im Ökosystem feststellbar: So erhöht sich die Population der Gänse, während Rentierherden kleiner werden. Anfang des Jahres 2008 rechneten Forscher damit, dass 2008 die nach dem Vorjahr zweitgrößte Schmelze der arktischen Kappe einsetzen würde.
(Quelle: Wikipedia)
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