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Barcelona, 03.04.2008 - Routa del Modernisme

La Boqueria... Der Tag begann, wie erwartet, mit lautem Getöse...
Der undefinierbare Wecker schlug um Punkt 08:00 Uhr wieder zu und riß Jo und mich aus unserem wohlverdienten Schlaf.
Ich muss zugeben, nach unserer Wandertour vom Vortag, war es nicht einfach die müden Knochen davon zu überzeugen, den Dienst anzutreten... Herr im Himmel, es fühlte sich an, als ob wir um 20 Jahre gealtert wären...
Ich persönlich wollte jammern... ja mich hingebungsvoll meinen schmerzenden Gliedern widmen... was allerdings den ganzen Tag beansprucht hätte... und man war ja nicht allzu oft in Barcelona... zu dem wartete heute jede Menge Stein und Bauwerk von Antoni Gaudì auf uns... La Routa del Modernisme sollte uns heute in den Bann ziehen!
Also Zähne zusammengebissen und losgings..

Unser Weg führte uns als erstes ... zum Frühstück in die Markthalle.. lecker Obst und kleine Kuchen standen auf der Speisekarte, und auch der leckere Kaffee sollte nicht fehlen. So gestärkt und gewappnet ging es von der Markthalle aus in Richtung Plaça de Catalunya die Rambles hinauf. Den Platz überquerten wir diagonal und führten unseren Weg direkt im Passeig de Gràcia fort. Hier sind wir bereits im Stadtteil Eixample... wohlhabend und teuer. Nach wenigen hundert Metern, Passeig de Gràcia Ecke Carrer de Casp, standen wir bereits vor dem ersten Gebäude der Modernisme. Cases de RocamoraEs handelte sich um die Cases de Rocamora (Rocamora Houses) mit ihren leuchtend orangen Turmdächern. Das Gebäude wurde von den Brüdern Bonaventura Bassegoda i Amigó und Joaquim Bassegoda i Amigó in den Jahren 1914 bis 1917 erbaut. Das Gebäude ist eines der größten architektonischen Komplexe im Stadtteil Eixample. Die Brüder Bassegoda legten bei dem Bau besonderen Wert auf einen klaren neogothischen Stil. Das Augenmerk wurde ebenso auf die Steinbearbeitung der Fassade gelegt.

Jo und ich folgten hier der Carrer de Casp weiter und verließen somit erstmal den Passeig de Gràcia. Nach nur ein paar Häusern erspäten wir auf der rechten Strassenseite auf Nr. 48 die Casa Calvet. Fassade der Casa CalvetDie Casa Calvet wurde in den Jahren 1898 bis 1904 als eines der ersten und wohl konventionellsten Bauwerke von Antoni Gaudì für die reiche Textilfabrikanten-Familie Calvet entworfen und erbaut. Nur die Tür neben dem Eingang erinnert an die heute bekannte kreative Verspieltheit Gaudìs, die Fassade und die kleeblattförmigen Balkone mit ihren schmiedeeisernen Geländer nehmen der sonst recht schlichten, symetrischen Fassade die Strenge. Von den Giebeln schauen bedächtig die drei Büsten alter zahnloser Männer auf die fotografierenden Touristen hinab. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf den monströsen Türklopfer legen. Er zeigt ein umgedrehtes oder herabstürzendes Kreuz, das Symbol des Bösen.

Um diesen schaurigen Details des Gebäudes den Rücken zu kehren, beschlossen Jo und ich unseren Weg fortzusetzen. Wir gingen ein Stück bis zur nächsten Kreuzung zurück und bogen dann nach rechts in die Carrer de Roger de Llúria ein. Diese Strasse folgten wir über die Gran Via de les Corts hinweig.Passatge Permanyer Schon bald erblickt man auf der linken Seite den Eingang zu einem kleinen Gäschen, der eher wie eine Privatstrasse aussieht. Dies ist das Sträßchen Passatge Permanyer. Kleine Katze in der blühenden Hecke der Passatge PermanyerEs lohnt sich, diese kleine Kopfsteinpflasterstrasse einmal hinauf und wieder hinunter zu schlendern und die hübschen mit zahlreichen Blumen versehenen Vorgärten und wunderbar bunt herausgeputzten Häuschen zu bewundern. Der Stil dieser kleinen Strasse wurde bereits 1864 entworfen und spiegelt wieder, wie die Bebauung der damaligen Stadterweiterung Barcelona's eigentlich geplant war.

Wieder zurück auf der Carrer Roger de Llùria gibt es auf Nr. 56 die Chance einmal den Innenhof eines Gebäudes zu erforschen. Den Innenhof erreicht man über einen langen dunklen Gang. Tritt man dann jedoch aus diesem dunklen kalten Tunnel wieder ins Sonnenlicht erblickt man sofort den 1867 errichteten Wasserturm Torre de les Aigües. Um den Wasserturm herum gibt es ein Becken, in welchem man sich wunderbar die Füsse kühlen kann und zu einer kleinen Pause einlädt.
Zurück auf der Strasse gingen wir dann bis zur nächsten Kreuzung und bogen dann nach links in die Carrer del Consell de Cent ab und gingen diese weiter, bis wir wieder auf dem Passeig de Gràcia standen. Und nun überfielen uns nahezu die Zeichen und Bauwerke der Modernisme. Nicht nur die Gebäude strahlten in den wunderbarsten Farben auch die Strassenbänke, Laternen, Strassenpflaster und Hausfassaden waren überladen von Merkmalen der Modernisme. Als Erstes fiel uns die Casa Lleó-MoreraCasa Lleó-Morera auf. Die Casa ist eines der Gebäude des Manzana de la Discordia. Der "Streitapfel" (Manzana=Apfel) ist ein Häuserblock, welcher von den drei berühmtesten Architekten der Modernisme entworfen wurde. Die Casa Lleó-Morera wurde 1864 bereits von dem Architekten Domènech i Montaner erbaut.
Direkt daneben befindet sich die Casa Amattler, eines der Werke von Josep Puig i Cadafalch. Erbaut 1898, zeigt es eine wunderschöne mit bunten Keramiken versehene Fassade. Leider haben wir hier kein Foto gemacht..., aber unser guter Reiseführer sagt, dass es sich lohnt einmal ins Innere dieses Gebäudes zu schauen. Wir haben das leider total verpennt. Casa Batlló Und nun kommen wir wieder zu einem der Bauwerke von Antoni Gaudì. Die Casa Battló strahlt in den schönsten Farben und zeigt die typischen organischen verschlungen Balkone und Fenster. Die Fassade ist mit bunten Mosaiken verziert. Die Säulen erinnern an Knochen und das Dach ist nicht nur mit vielfarbigen Dachziegeln versehen, sondern zeigt sich als bunt-schuppige Haut eines Drachen. Aber nicht nur die äußere Arbeit des Meisters ist hier überaus gelungen. Ein Besuch im Inneren des Gebäudes verspricht überraschende Arbeiten aus Keramik, Schmiedeeisen, Buntglas und Holz. Allerdings hat uns jedoch die Lange Schlange vor dem Eingang abgehalten, dem Gebäude einen Besuch abzustatten, was wir heute durchaus bereuen!

Nun standen wir direkt an der Ecke zur Carrer d'Aragó, in die wir nach links abbogen... Bleibt man auf der linken Strassenseite kann man auch noch einen Blick auf die Rückseite der Casa Battló werfen. Nur ein paar Schritte weiter und auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Museum der Fundació Antoni Tàpies (Reisebild). Fundació AntoniTapiesDas Gebäude, im Mudéjar-Stil gehalten, ist eines der bedeutendsten Werke von Domènech i Montaner. Auf dem Dach befindet sich ein merkwürdiges aus Aluminiumdraht bestehendes Gewirr. Man mag mich einen Kunstbanausen nennen, aber schön ist dieser Draht wirklich nicht und nimmt dem Gebäude seine klassische Schönheit. Wir machten hier kehrt und bogen dann weiter nach links wieder in den Passeig de Gràcia ein. Hier ging es erstmal nur geradeaus bis dann auf der rechten Seite an der Ecke zur Carrer de Provenca die Casa Milà auftauchte. Eines von Antoni Gaudi 1905 bis 1910 erbauten und spektakulärsten Bauwerken. Casa MilàObwohl es auch hier die Möglichkeit gab, das Gebäude von Innen zu besichtigen, verzichteten wir darauf. Die Schlange vor "La Pedrera" (Casa Milà) war ca. 1,5 Stunden lang... Um die Gebäude der Modernisme von innen besichtigen zu können, muss man wohl im Winter nach Barcelona kommen... oder pro Tag die Besichtigung eines der Gebäude planen. Die Casa Milà ist das letzte Gebäude des Meisters Gaudì, bevor er sich seinem Lebenswerk zuwendete. In dem Gebäude gibt es keine tragenden Wände, die Statik stützt sich allein auf Säulen und eiserne Balken.
Heute ist das Gebäude in Besitz der Caixa de Catalunya.

An der Casa Milà vorbei und einfach weiter gerade aus den Passeig de Gràcia entlang kamen wir dann irgendwann direkt auf den Placa Joan Carles I. Ab hier wird der Passeig de Gràcia zur Carrer Gran de Gràcia und wir bogen nach rechts in die ziemlich breite Avinguda Diagonal ab. Casa ComalatHier auf der linken Seite läuft man schon nach wenigen Metern an der Casa Comalat (Reisebild) vorbei. Das Gebäude wurde im Jahre 1911 von Salvador Valeri i Pupurull erschaffen. Die Hausseite zur Avinguda Diagonal hin ist recht unspektakulär, die Seite zur abgehenden Carrer de Pau Claris (Carrer de Córsega) dagegen zeigt sich in den schönsten Farben. Ganz im Gaudì-Style gehalten, weist es die typischen organischen Bögen und den wunderschönen Mosaikschmuck der Modernisme auf. Wirklich einen Abstecher wert! Nach diesem Gebäude ging es zurück Carrer Gran de Gràcia und diese immer weiter hinauf mitten ins Herz des Stadtteils Gràcia. Tapetenhaus Hier an der Carrer Gran de Gràcia schmiegen sich die "Tapetenhäuser" mit ihren bunten Hausfassaden aneinander, eines schöner und verspielter als das andere. Tapetenhaus Wer shoppen will, wird hier auch das eine oder andere kleine Lädchen finden. Nach vielen hundert Metern kamen wir dann endlich zur Seitenstrasse Carrer de les Caronlines. In diese Strasse bogen wir nach links ein, um eines der ersten Werke Gaudìs zu bestaunen. Die Casa Vicens (Reisebild) wurde für den Ziegel- und Fliesenfabrikanten Manuel Vicens Montaner entworfen und gebaut. Casa VicensDie Fassade ist im Mudéjar-Stil gehalten und wurde zum Teil mit sehr blumigen und auch blau-weißen Schachbrett-Muster-Fliesen verziert. Die Balkone und auch der Zaun zeigen, die für Gaudì üblichen organischen Schmiedearbeiten. Auch wenn diese Villa leider nicht von innen zu besichtigen ist (das Gebäude ist in Privatbesitz), lohnt sich ein Abstecher in jedem Fall.

Und wieder ging es zurück zur Carrer Gran de Gràcia und darüber hinweg direkt in die Carrer de Santa Agata hinein. Hier zwischen den kleinen Gäßchen und alten und neuen Häusern findet sich der eine und andere wunderschöne Platz mit dutzenden von Cafés und kleinen Restaurants, die zum Verweilen und Siesta halten, einladen. Wir folgten der Carrer de Santa Agata bis zur Carrer de Torrent de l'Olla. Hier bogen wir nach rechts ab und gingen weiter bis links die Carrer d'Astúries abzweigte, der wir dann folgten. Diese Gasse gingen wir weiter am Placa Diamant vorbei und erreichten kurze Zeit später den Placa de la Virreina. Hier ließen wir uns im Schatten der Pfarrkirche Sant Joan auf eine kleine Holzbank fallen und machten Pause. Pfarrkirche Sant JoanDer Platz wimmelte nur so von Leuten, die alle einen Platz in einem der kleinen hübschen Cafés zu ergattern versuchten. Uns und unseren Füßen genügte die kleine Holzbank, die wir auch in den nächsten 30 Minuten nicht wieder verließen. Die Kirche Sant Joan (erbaut 1884) ist wirklich unspektakulär, bis auf ein kleines hübsches Mosaik direkt über dem Eingang. Aber vielleicht gerade diese einfache etwas wuchtige Fassade, der Brunnen auf diesem Platz und sein einladendes Geplätscher sowie das beruhigende Rauschen der Bäume hatten eine irgendwie beruhigende Wirkung. Kein Wunder, dass so viele Menschen gerade hier ihre Siesta abhielten.

Weiter ging es auf der anderen Seite des Platzes nach rechts in die Carrer de l'Or hinein und dann nach ein paar Metern nach links in die Carrer Verdi. In dieser kleinen Strasse finden sich viele kleine Läden und Bars, die zum Bummeln einladen. Leider ist hier zur Siesta nix geöffnet und so blieben uns nur die kleinen liebevoll dekorierten Schaufenster. An der Placa Revolució bogen wir nach rechts in die Carrer de Ramon y Cajal ab und kamen dann zum Placa del Sol. Der "Sonnenplatz" erwacht in lauen Sommernächten zu quirligem Leben, reihen sich hier jede Menge Musikbars und Cafés aneinander. GlockenturmAuf der anderen Seite des Platzes ging es nach links in die Carrer de Francesco Biner hinein und bald standen wir auf dem Placa Rius i Taulet. Der Hauptplatz des Stadtteils Gràcia wird von einem riesigen Glockenturm überragt. Er ist das Wahrzeichen des quirligen Gràcia und wurde 1864 erbaut. Von hier aus ging es über die Carrer Goya zurück auf die Carrer Gran de Gràcia zurück.

Ab hier beginnt die zweite Hälfte dieses Reiseberichtes. Alles ab hier erlebte, kann man auch bequem auf einen ganzen weiteren Tag ausdehnen. Genug zu sehen, bekommt man allemal.

Für uns ging es weiter... Als wir aus der Carrer Goya wieder nach links in die Carrer Gran de Gràcia einbogen und erstmal zurück in Richtung Placa Joan Carles I gingen fiel uns ein weiteres Modernisme-Gebäude auf. Dabei sind wir ja hier schon am Vormittag vorbei gelaufen. Die Casa Fuster ist heute ein Luxushotel und es parkten wirklich nur extrem teure Limousinen vor dem Eingang. Das Gebäude, durch Domènech i Montaner entstanden, weist zwar Modernisme-Details auf, ist aber doch ein wenig "blaß" gegenüber den sonst so bunten Hausfassaden. Modernisme Avinguda DiagonalAm Placa Joan Carles I ging es nach links in die Avinguda Diagonal... auch hier waren wir schon, aber nach ganz kurzer Zeit entdeckten wir ein weiteres Gebäude mit einem Modernisme-Dach. Hier ist der Club ditrito diagonal untergebracht, der vor allem House-Musik von diversen Dj's anbietet. Aber auch dieses Gebäude ist nur eines von dutzenden Modernisme-Bauten. Überall findet man das eine oder andere Dach, Gebäude oder Detail... wer die Augen offenhält, wird noch viele finden.

Das nächste Gebäude, welches uns vor den Augapfel purzelte war die Casa de les Punxes oder auch "Das Haus der Nadelspitzen oder Casa Terrades". Casa TerradesDieses Gebäude hat viele Namen. Die Casa wurde von Puig i Cadafalch errichtet und erinnert durch die spitzen Turmdächer eher an ein mittelalterliches Schloss. Das Haus wurde für drei Geschwister errichtet und besteht im Grundriss eher aus drei Häusern, die miteinander verbunden sind. Das Gebäude kann besichtigt werden. Für uns ging es jedoch die nächste Strasse rechts hinein. Església de les SalesesDie Carrer del Bruc schlenderten wir dann bis zur Carrer d'Aragó, wo wir dann nach links abbogen. An der Carrer de Sant Joan bogen wir wieder links ab und da sahen wir schon diese wunderschöne Cathedrale. Die Església de les Saleses besteht aus Kirche und Kloster. Sie ist riesig und in jedem Fall lohnt es sich die kleinen hübschen Details dieses Gebäudes genauer zu betrachten. Dennoch... ist die Església de les Saleses nicht zu vergleichen mit dem nächsten Gebäude, das uns erwartete....

Neben der Església ging es direkt in die Carrer de València hinein. Gerade aus und dann an der Carrer de Sicilia links hinein und dann sahen wir ES schon. Sagrada FamiliaDieses wahnsinnig riesige Gebäude, welches das Lebenswerk des Meisters Gaudì darstellt: die Sagrada Familia. Das hier eingestellte Foto ist nicht gerade schön, zeigt es die Sagrada mit vielen Kränen und unglaublich vielen einzelnen Baustellen. Dieser Zustand wird sich in den nächsten 18 Jahren auch nicht ändern, da die Fertigstellung erst für 2026 geplant ist. Die Bauzeit dieses Gebäudes wird dann 144 Jahre betragen. Startet man einen Spaziergang um die 17.822 qm große Fläche der Basilika wird man immer wieder überrascht werden. Sagrada Familia - GeschichtenSeien es die Spitzen der Seitentürme, die aussehen wie Obstschalen mit Apfelsinen und Bananen oder der Weihnachtsbaum mit den weißen Tauben am älteren der zwei Eingänge, der von Ferne aussieht wie das schlingende Maul eines wilden Tieres, die vielen dargestellten Geschichten der Fassade, jeder wird hier begeistert sein. Diese Basilika ist mit Abstand einzigartig in der Welt!!! Allein die lange Bauzeit hat das Gebäude interessant gemacht. Oft sieht man die schönen Gegensätze von Neu und Alt nebeneinander. Alt und Neu - Sagrada FamiliaEin Besuch der Basilika soll unglaublich sein... die Schlangen waren jedoch endlos... und wir waren spät dran. Ein Besuch würde allein schon einen halben Tag einnehmen, wenn das Innenleben der Basilika nur halb so interessant ist, wie die Aussenfassade.

Bitte.. Sollte jemand nach Barcelona fahren und die Sagrada Familia von Innen besichtigen und Foto's machen, wäre es unglaublich von ihm, wenn er diese bei uns einstellen würde. Ein Bericht über diesen Besuch wäre eine wahre Bereicherung für unser 2Gecko!

Eigentlich dachten wir nach diesem Gebäude kann nicht mehr viel kommen... aber wir wurden wieder von Barcelona und seinen vielen Architekten und Erbauern überrascht. Der Stadtteil Eixample in dem wir uns jetzt befanden, hatte nochmehr zu bieten. Hospital dela Santa Creu i Sant PauVon der Sagrada weg ging es die Avinguda de Gaudì hinauf. Diese Strasse ist die direkte Verbindung der Sagrada mit dem wunderschönen Hospital de la Santa Creu i Sant Pau (Reisebild). Ich konnte kaum glauben, dass dieses Areal mit den vielen vor Modernisme nur so strotzdenden Gebäuden, tatsächlich als Krankenhaus genutzt wird. Aber die Krankenwagen, die dort ankommen beweisen es. Allein die Eingangshalle/Eingangsdurchgang und die Nebengänge sind sehenswert. Aber das Hospital wird von der Wuchtigkeit der Sagrada überschattet und so sind viele Leute schon erschlagen und machen sich erst gar nicht mehr auf den Weg, um sich hier einmal umzusehen. Nebengang der EingangshalleDas hat auch seine gute Seite, denn das Hospital ist dadurch längst nicht so überlaufen und man kann hier gut ein paar Minuten auf einer der vielen Steinbänke verweilen. (Übrigens: Hier gibt es auch öffentliche Toiletten, die durchaus sauber sind. Hospital dela Santa Creu i Sant PauDer Kaffeeautomat in der Vorhalle, der lebensgeister-erweckenden Kaffee für wenig Geld bietet, ist auch nennenswert.)

Das Krankenhaus umfasst ein Gelände von etwa 10 ha, auf denen sich hinter dem Eingang insgesamt weitere 17 Gebäude befinden. Alle diese Gebäude sind durch ein unterirdisches Gangsystem miteinander verbunden. Die Gänge sind leider für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Als Jo und ich nun auf einer der Steinbänke einen Platz ergattert hatten und darüber philosophierten, ob wir unseren Rückweg antreten sollten, entdeckte ich nebenbei in unserem Reiseführer den gaudischen eisenernen Drachen. Den wollte ich sehen! Den Drachen wollte ich finden! Unter dem Bild im Reiseführer stand, dass sich dieser Drache an Gaudìs Pavellons Güell befinden sollte. Nach kurzer Schlussfolgerung entschied ich, dass diese Pavellons sich im Parc Güell befinden müssen, warscheinlich der Namensgleichheit wegen - wie falsch ich doch lag.... Der Parc Güell war nicht mehr ganz soweit entfernt und von unserer steinernen Bank, durchaus zu Fuß zu erreichen. Während ich schon wieder voller Tatendrang war, musste ich nun auch noch Jo und seine Füsse von meinem Vorhaben überzeugen. Das ging leichter als gedacht; ein wirklich kleiner vorzüglicher Café aus diesem Wunderautomaten in der Vorhalle des Hospitals weckte seine Lebensgeister (meine auch, ich war auch schon ziemlich fertig, nach unserem bisherigen Fußmarsch) und wir machten uns auf den Weg in Richtung Parc Güell.

Steht man mit dem Rücken zum Eingangstor des Hospitals ging es von dort aus nach rechts in die Carrer de Cartagena hinein und immer gerade aus und zu dem noch bergauf. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über Barcelona und das Meer. Der riesige PHALLUS mitten im Bild ist der Torre Agbar. An der zweiten großen Kreuzung bogen wir nach links in die Avinguda de la Mare de Déu de Montserrat ab. Torre AgbarDiese Straße gerade aus bis zu dem kleinen Placa Sanlleny. An diesem Rondell rechts vorbei ging es in die Carrer Ramiro de Maeztu hinein. Diese Straße entlang und da standen wir schon am rechten Nebeneingang des Parc Güell.

Der Park ist wirklich schön. Zwischen Gaudìs kleinen Zuckerbäckerhäuschen, den Mosaikarbeiten am Haupteingang und den weitläufigen Sandwegen Parc Güellläßt es sich gemütlich spazieren gehen. Aber wir waren ja wegen dem Drachen hier und wir liefen im ZickZack-Kurs durch diesen Park. Aber den Drachen fanden wir nicht. Das konnte doch nicht sein... der Drache musste hier sein! Wir suchten und suchten... weit und breit kein Drache... irgendwann gaben wir enttäuscht auf und widmeten und den anderen Mosaik der Säulenhalle Sehenswürdigkeiten, die dieser Park zu bieten hat. Der Parc Güell wurde ursprünglich als Gartenstadt von Gaudì entworfen und geplant, aber leider nie fertig gestellt. Nur das Wegenetz des Märchenparks, derZuckerbäckervilla von Gaudì Haupteingang mit der großen Säulenhalle "Saal der 100 Säulen" und die eine oder andere Zuckerbäckervilla sind heute zu bestaunen. Die restlichen 60 Villen wurden leider nie gebaut. Am beindruckensten ist der Haupteingang mit dem riesigen komplett mit Mosaiksteinchen verzierten Gecko! MosaigeckoEin Bild von dem Gecko darf hier natürlich nicht fehlen! Am Haupteingang rechts befindet sich auch ein riesiges Café mit Souveniershop. Das Casa-Museu Gaudì des Parks war ab 1906 der Wohnsitz des Meisters Gaudì. Heute sind hier diverse von Gaudì entworfene Möbel und vieles mehr zu bestaunen.

Ab hier traten wir den Rückweg an. Es wurde auch Zeit, denn es dunkelte schon ein wenig. Der Tag war großartig wir hatten viel gesehen und bestaunt. Die Routa del Modernisme hatte nicht zu viel versprochen.

Der Rückweg ging vom Haupteingang des Parc Güell aus in die Carrer d'Olot hinein. Hier findet sich auch noch das eine oder andere Souvenierlädchen. Am Ende der Straße ging es nach links in die Souvenierladen und nun immer gerade aus und bergab. An der großen Strasse Travessera de Dalt nach rechts, wo wir einige Schlemmersupermärkte fanden. Vor dem riesigen Placa de Lesseps nach links in die Carrer del Torrentde l'Olla hinein und schnurstracks gerade aus. Über die Carrer de Còrsega schräg drüberhinweg in die Carrer de Roger de Llúria hinein. Gerade aus und irgendwo nach rechts. Wieder gerade aus und schon waren wir wieder auf dem Passeig de Gràcia. Von hier aus dauerte es nicht mehr lange und bald lagen wir auf unserem Bett und versorgten unsere geschundenen Füße.

Der Tag war sehr anstrengend gewesen und wir raten jedem diese Tour nicht an einem einzigen Tag nachzulaufen. Nehmt euch nen Tag mehr Zeit oder fahrt mit Bus und Bahn. Aber auch wenn uns unsere Füße und Beine später plagten, so war es doch besser zu Fuß zu laufen. So haben wir all diese sehenswerten liebevollen Details der Modernisme, zu sehen bekommen. Nur eines ließ mir keine Ruhe: Die Suche nach dem eisernen Drachen! Wie wir ihn gefunden haben, dafür habe ich einen extra Reisebericht angelegt.

Es lohnt sich... :-)

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